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TSE Vergleich

 

Ratgeber KassenSichV: Die richtige TSE auswählen

Durch die Kassensicherungsverordnung ist jeder Anwender einer elektronischen Kasse verpflichtet eine sogenannte TSE (technische Sicherheitseinrichtung) einzusetzen. Hauptaufgabe dieser TSE ist die manipulationssichere Aufzeichnung aller Kassendaten. Viele Hersteller entwickeln TSEs unterschiedlichster Art. Sie haben die Wahl. Wie Sie die richtige Wahl treffen, dass zeigt Ihnen dieser Ratgeber.

 

Welche TSE sind zertifiziert?

Offensichtlich muss Ihre TSE die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und den Manipulationsschutz gewährleisten. Ob Ihre TSE das generell tut, ist recht leicht zu überprüfen. Schauen Sie einfach auf der Webseite des BSI nach, ob die entsprechende TSE zertifiziert ist.

Die offizielle Liste der zertifizierten TSE-Lösungen finden Sie hier:

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ZertifizierungundAnerkennung/Produktzertifizierung/ZertifizierungnachTR/ZertifizierteProdukte/Technische_Sicherheitseinrichtungen/TSE_node.html

 

Drei TSE Varianten stehen zur Auswahl

Idealerweise stehen Ihnen drei unterschiedliche TSE Varianten verschiedener Hersteller zur Auswahl. Aktuell sind nur hardwarebasierte TSE Lösungen zertifiziert. Demnächst werden sowohl die LAN-, als auch die Cloud-TSE hinzukommen (hoffentlich). Wir haben die drei Varianten gegenübergestellt und Vor- und Nachteile abgewogen. Aber lesen Sie selbst.

 

Lokale TSE

Die lokale oder Hardware TSE wird an Ihr Kassensystem physisch angesteckt. Dabei handelt es sich entweder um eine SD-Karte, einen USB-Stick oder eine Micro-SD Karte. Je nach Bauart Ihrer Kasse befindet sich die TSE dann sichtbar angesteckt am Gehäuse (bspw. ein USB Port) oder intern innerhalb der Verkleidung Ihres Kassensystems. Belege werden direkt an die TSE gesendet und vor Ort in Ihrem Ladengeschäft manipulationssicher signiert und gespeichert. Um ein Backup der Daten müssen die Anwender sich aber selbstständig kümmern.

Alle Varianten der lokalen TSE verfügen über eine begrenzte Speicherkapazität und eine TSE-eigene Zertifikatslaufzeit. Diese beträgt in der Regel drei oder fünf Jahre. Kürzlich waren auch Laufzeiten von 7 Jahren im Gespräch. Sobald Speicherkapazität voll oder die Zertifikatslaufzeit Ihrer TSE abgelaufen ist, muss eine neue TSE eingesetzt werden.

Die Fakten:

  • Keine Internetverbindung notwendig
  • Laufzeit zwischen 3, 5 und 7 Jahren
  • Speicherkapazität begrenzt
  • Einmaliger Anschaffungspreis
  • Keine laufenden Kosten
  • Eine TSE pro Kasse notwendig

 

Lokale LAN-TSE

Die LAN TSE kann über ein HUB mit mehreren Kassensystemen verbunden werden. Das Hub ist eine zusätzliche Hardwarekomponente und ermöglicht Ihnen eine TSE für mehrere Kassensysteme zu verwenden. Dazu ist eine Netzwerkanbindung notwendig. In Funktionsweise und Bauart sind LAN-TSE mit den lokalen TSE identisch. Dementsprechend gelten die gleichen Fakten, wie oben dargestellt. Je Signatur entsteht eine kurze und meist unmerkliche Reaktionszeit seitens der TSE. Bei bspw. vier angeschlossenen Kassensystemen vervierfacht sich diese Reaktionszeit. Diese ist bei vier Kassensystemen für den Kassierer tatsächlich spürbar.

Besonderheiten:

  • Die Speicherkapazität wird auf alle angeschlossenen Kassen aufgeteilt
  • Bei Ausfall der TSE, des HUBs oder der Netzwerkverbindung sind alle angeschlossenen Kassen betroffen
  • Eine TSE für mehrere Kassen spart Anschaffungskosten ein
  • Reaktionszeit je Signatur steigt mit jeder angebunden Kasse
  • Aktuell noch nicht verfügbar

 

 

Cloud-TSE

Die dritte Variante ist eine sogenannte Cloud-TSE. Alle TSE-Funktionen werden über eine internetbasierte Software abgewickelt. Die Reaktionszeit je Signatur dürfte mit der einer Hardware-TSE vergleichbar sein. Abgerechnet wird diese Variante, wie bei Cloudsoftware üblich, monatlich. Der Markt scheint sich hier bei ca. 12€ netto pro Monat einzupegeln. Der Anbieter kümmert sich vermutlich auch um die Dokumentation von Ausfallzeiten durch eine abgerissene Internetverbindung. Bisher befinden sich mehrere dieser Cloud-TSE im Zertifizierungsprozess.

Besonderheiten:

  • Keine Anschaffungskosten
  • Internetverbindung notwendig
  • Backup der Daten übernimmt der TSE Anbieter

 

 

Fazit zur TSE Auswahl

Bevor Sie sich für einen konkreten Anbieter entscheiden, wählen Sie erst einmal zwischen diesen drei Varianten die für Ihr Unternehmen und Kassennutzerverhalten passende Variante. Sollten Sie bspw. generell ohne Internetverbindung kassieren, dann sind Cloud-TSE wahrscheinlich eher ungeeignet. Schauen Sie unbedingt im Vorfeld, ob die TSE offiziell vom BSI zertifiziert wurde. Im Anschluss prüfen Sie unbedingt, dass die TSE Ihrer Wahl auch von Ihrem Kassensystem unterstützt wird. Fragen Sie hierzu Ihren Kassensoftwareanbieter nach der konkreten TSE-Schnittstelle!

Kassensystemanbieter müssen für jede dieser TSE Varianten eine entsprechende Schnittstelle programmieren. Erst dadurch funktioniert die Verbindung von Kassendaten und der TSE.

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